Episode 9 – „Therapie und andere Hilfen, die man genauer betrachten muss“

Hurra es kann weitergehen!
Noch einmal herzlichen Dank an alle alle alle Unterstützer_innen, Taschentuchreicher_innen und Aufheiter_innen, die uns geholfen haben, das Projekt „Viele-Sein“ weiterführen zu können!

Wir freuen uns Renée W. als neues Mitglied der Redaktion hinter „Viele-Sein“ willkommen heißen zu dürfen und sind gespannt auf die Zusammenarbeit.
In dieser ersten zusammen produzierten Episode sprechen wir unter dem Thema „Therapie“ über alles, was in knapp eineinhalb Stunden Gespräch hineinpasst.

Es geht um Therapien, in denen man eher behandelt wird, um Therapien, die man aufgrund von Alternativlosigkeit und Pseudofreiwilligkeit beginnt und um die katastrophale Versorgungslage von Menschen mit DIS im Bereich der ambulanten, wie teilstationären und stationären Traumatherapie.
Ferner sprechen wir über Öffentlichkeitsarbeit und ihre Wirkung auf das eigene Suchen von Hilfen und darüber, welche Rolle die Menschen hinter den Hilfs- und Unterstützungsangeboten spielen.

Leider ist diese Episode nicht auf allen Endgeräten in optimaler Qualität zu hören. Wir bitten dies zu entschuldigen und hoffen, dass wir diese Problematik zur nächsten Episode gelöst bekommen.
Außerdem suchen wir noch einen Menschen, der ITunes (Apple allgemein) nutzt und uns hilft, „Viele-Sein“ dort zu registrieren. Bitte meldet euch dafür unter der im Impressum hinterlegten Emailadresse.

Ein Hinweis an die Menschen, die unserem Podcast bisher über Soundcloud gefolgt sind: Wir veröffentlichen nun in einem anderen Account. Für die Follower, die dieses Blog abonniert haben, verändert sich nichts.

Natürlich könnt ihr weiterhin sowohl hier, als auch bei Soundcloud kommentieren, Fragen stellen, Themen – und Formatwünsche einbringen und uns mitteilen, wenn es technische oder andere Barrieren gibt.

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10 Gedanken zu „Episode 9 – „Therapie und andere Hilfen, die man genauer betrachten muss“

  1. Pingback: Markierungen 09/22/2015 - Snippets

  2. Penny

    Liebe Hannah, liebe Renee,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag, den ich mir inzwischen schon 2x angehört habe. Sowohl als Betroffene von psychischen Problemen, vor allem aber als Person, die heute als Helferin arbeitet, kann ich da ganz viel draus ziehen.

    Mir gefällt auch diese gewisse Leichtigkeit, mit der ihr schwere Themen angeht. Das macht einfach Spaß zuzuhören und regt gleichzeitig zum nachdenken an.

    LG Penny

    Antwort
  3. Jan

    Hallo ihr beiden, mich hat es auch sehr gefreut zu hören (im wahrsten Sinne des Wortes!), daß es weitergeht :)

    An der Stelle, wo ihr davon erzählt habt, daß ihr mit mindestens einer Therapeutin zu tun hattet, die sich zwar auf ihrem Gebiet einen prima Ruf erworben hatte, die aber dann in der Praxis „nicht gut“ war, hab ich mich gefragt: Habt ihr selber für euch eine Erklärung gefunden, wie es zu dieser Diskrepanz kam, bzw. woher überhaupt der gute Ruf gekommen sein kann?

    Liebe Grüße,
    Jan

    Antwort
    1. Hannah C. Rosenblatt Autor

      Hallo Jan,
      wir freuen uns, dass du dich freust und danken dir auch nochmal ganz doll sehr für die Unterstützung!

      Für uns Rosenblätter ist die Erklärung, dass sich bei manchen so eine Art „Hören-Sagen-Kompetenz“ entwickelt, je länger und öfter diese Personen als kompetent (oder auch nur als „vielleicht kompetent“) bezeichnet wurden, obwohl man sie gar nicht kennt. (Also jetzt unter Behandler_innen)
      Kommt öfter vor, wenn es um die Behandlung von Problematiken geht, die selten in der Praxis auftauchen. Da ist man froh, um jeden Platz, den es gibt . egal* wie gut* dieser dann letztlich für die einzelnen Menschen ist.

      Und: Ansatzvarianz
      Es gibt DIS-therapierende, die glauben an weltumspannende Riesensekten, an Ufos und Schuldlast aus der 8ten Generation der Leidenden und es gibt Menschen mit DIS für die solche Ansätze richtig hilfreich sind um zu vermeiden und eine Alltagsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Und die sagen dann natürlich auch: diese_r Therapeut_in is di:er Beste!
      (Das passiert aber natürlich auch bei weniger „bunten“ Behandlungsansätzen – gemeinsam ist halt die Idealisierung der Patient_innen)

      Viele Grüße!

      Antwort
      1. Unica

        Den Begriff „Ansatzvarianz“ haben wir nicht verstanden.
        Meint Ihr, das sind TherapeutInnen, die an Sekten, transgenerationelle Traumatisierung und Ähnliches „glauben“, wobei Ihr das überspitzt darstellt?
        Und meint Ihr, dass TherapeutInnen, die so „ticken“ , von DIS-Menschen benutzt werden, um sich nicht zu entwickeln, sondern um Entwicklung zu vermeiden um funktionieren zu können?
        Und dieses Stillhalten und Funktionieren führt als gegenseitiger Stillhaltevertrag zu nicht nachvollziehbarer Lobhudelei des/der TherapeutIn durch den/die KlientIn?
        Wer wird idealisiert? Der/die Stillhalte-TherapeutIn durch die KlientInnen oder die Stillhalte-KlientInnen durch die TherapeutInnen?
        Sorry, wir verstehen grad nix, bzw., wenn das zynisch gemeint ist, warum habt Ihr TherapeutInnen, die was von Sekten wissen usw. so auf dem Kieker? Und wieso meint ihr, dass Sekten-Wissen zu Vermeidung von Entwicklung führt? Häh? oder haben wir was komplett nicht kapiert?

      2. Hannah C. Rosenblatt Autor

        Hallo Unica,
        danke für deinen Kommentar.
        Für uns ist das Glauben an bestimmte ursächliche Kontexte, die zur Entstehung einer DIS führen, kein ausschlaggebendes Kompetenzmerkmal. (übrigens ist „Schuldlast aus der 8ten Generation“ alles andere als „transgenerationelle Traumatisierung“ – siehe neuere Literatur von M. Huber).

        Ja, wir sind der Meinung, dass es durchaus Menschen (egal ob mit DIS oder DDNOS ider anderen Traumafolgestörungen) gibt, die sich unbewusst oder gezielt auch mal eine_n Therapeut_in finden, welche_r eher beim Vermeiden hilft, als bei der Auseinandersetzung mit dem Erlebten.
        Für uns ist das nicht mit einer Wertung belegt. Manchmal spürt man nur eine Belastung und braucht erst andere Inhalte der Psychotherapie um sich den eigenen Vermeidungstrategien zu stellen, etwa Selbstvertrauen, bestimmte Fertigkeiten der Selbstreflektion etc.

        Unserer Ansicht nacht werden so manche Psychotherapeut_innen, die für die Behandlung von Menschen mit DIS (oder allgemeiner: Traumafolgestörungen) „bekannt“ sind, idealisiert. Zum einen von Kolleg_innen ( „Dass du das aushälst!“ – „Wow die muss aber zäh sein“ – „Ich könnte solche Leute ja nicht behandeln – Hut ab!“ etc etc etc) und zum anderen auch die Klient_innen im Zuge allgemeiner Verzerrung und Weitergabe von Gewaltmythen und Misshandlungserfahrung als unnormales Megading, dessen Überleben übermenschliches von jemandem abverlangt. Unserer Ansicht nach ist Gewalt alltäglich und ein Teil der Norm – entsprechend ist auch das Überleben dessen normal.
        Diese Haltung muss man nicht teilen – wer das anders sieht wird von uns nicht abwertend betrachtet, trägt aber unserer Ansicht nach zu einer Mystifizierung/Idealisierung von Traumapatient_innen bei und ist ergo kontraproduktiv bis destruktiv.

        Ich hoffe, es ist jetzt etwas klarer?

        Viele Grüße

  4. die sterne

    Hallo,
    Erst mal möchte ich sagen, dass ich es wirklich toll finde, dass es hier weitergeht. Schade, dass die Sommers nicht mehr mitmachen und schön, dass Renée W. dabei ist!

    Toll das es so viele Helfende gab und gibt, um dieses Projekt weiter zu Realisieren! Wir würden auch gerne Helfen, scheitern immer an den Wegen und wollten schon längst eine Mail geschickt haben, mit der Frage ob es auch die Möglichkeit einer simplen Überweisung gibt – denken aber das es ja für Euch auch blöd ist weil man da ja echte Namen und so angibt…. Vielleicht schauen wir uns auch PayPal noch mal an… naja, würde eh nur um minimini Beträge hier und da gehen.

    Jetzt zur Episode 9.
    Ja, vieles kennen wir aus unserem Leben im Hilfesystem und überhaupt. Im Grunde steckten wieder so viele verschiedene und doch zusammenhängende Themen drin, dass man auch aus einer Episode 5 (oder so) machen könnte.

    Diese Frage der Freiwilligkeit, wenn man Hilfe braucht und nicht klar hat, was Hilfe ist.

    Das Thema Anpassen… und erst mal merken, dass ich mich anpasse und dann nicht wissen wie Alternativen gehen?

    Und ja, Anpassen und Vermeiden gehören irgendwie auch sehr zusammen und man kann sehr gut tarnen das man Vermeidet, wenn man gut im Anpassen ist. Es gibt nur wenig Menschen die einem da Helfen, weil sie sowas im Blick haben und damit umgehen, ohne große Not auszulösen. Wir kannten bisher nur einen Menschen, die das konnte.

    Therapeutinnen… wir denken sie müssen ein gewisses Grundwissen haben. Vielleicht nicht die riesen Erfahrung, aber wenn mich eine Therapeutin fragt (am Tel bei der Suche) „Wie lange die DIS denn besteht“… dann denken wir schon, das sie uns nicht Helfen kann.

    Und diese Diskrepanz zwischen theoretischen Wissen und reden können und dadurch sehr viel weiter wirken, als wir sind, ja kennen wir auch. Dieses wird von Helfenden auch manchmal mit Vertrauen verwechselt, weil sie nicht verstehen, dass wir nicht wirklich von uns reden. Naja ist jetzt sehr platt ausgedrückt.

    Wir fühlen uns, denk ich, eigentlich nie von öffentlichen Kampagnen angesprochen.
    Frühere Therapien und Klinikaufenthalte haben manche Ähnlichkeiten mit dem was ihr beschreibt. Wir fingen etwa 85 an mit Hilfe suchen und DIS wurde erst ab 2004 langsam ein Thema. 16 Therapeutinnen haben wir in den letzten 2 Wochen angerufen. Sehr frustrierend.

    Was uns fehlt waren Erfahrungen mit ambulanten Betreuungen. Wir sind da ja sehr angewiesen und können nicht einfach sagen, das wir es alleine versuchen. Ein sehr schwieriges Thema finde ich.

    Zu viel geschrieben? Ging jetzt irgendwie nicht weniger zu schreiben^^ Hoffe es ist ok so.

    Senden ganz liebe Grüße und freuen uns auf Episode 10!

    Antwort
  5. Pingback: Was mich diese Woche umtrieb… #Links – einfach nur sein

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